Winterboofen 2006
 
Aufstieg durch die Wilde Hölle
Aufstieg durch die Wilde Hölle
Rückweg durch die Lorenzlöcher
Bildergalerie

Endlich mal wieder ein richtiger Winter. Für uns steht fest, wann wenn nicht jetzt, muss es wieder einmal zum Winterboofen in die Sächsische Schweiz gehen. Die extrem kalten Tage mit unter minus zwanzig Grad gehören der Vergangenheit an und so einigen wir uns auf das erste Februarwochenende. Je näher das kommt, umso milder werden die Temperaturen – es setzt zu unserem Verdruss Tauwetter ein – allerdings sagt der Wetterbericht für das Wochenende Niederschläge in Form von Regen und Schnee voher – doch auch sinkende Temperaturen. Es ist soweit – Freitagabend treffen wir letzte Absprachen und von den ursprünglichen sechs Leuten bleiben nur zwei übrig – Thomas und ich. Sonnabendmorgen geht es gegen acht los. Thomas teilt mir noch mit, dass Mathias sich doch entschlossen hat am Abend zu uns zu stossen, wenn er sich nach der Nachtschicht ausgeschalfen hat. Es schneit bereits geraume Zeit, wenn auch nicht sehr stark, aber umso weiter wir in Richtung Berge kommen, umso grösser und dichter wird der Flockenwirbel. Gegen Mittag treffen wir im Kirnitzschtal am Beuthenfall ein und stellen das Auto auf den Parkplatz. Schnell ziehe ich mich noch um und dann geht es auch schon in Richtung Bloßstock los. Lange dicke Eiszapfen und erstarrte Rinnsale säumen den Weg. Tief verschneit die Bäume ringsum und die Felsen sehen wie mit Zucker glasiert aus. Es schneit immer noch kräftig und wir stapfen durch den Neuschnee. Nachdem wir den hohen Turm des Bloßstock erreicht haben, werfen wir einen Blick in die Karte und entscheiden uns für den Aufstieg durch die „Wilde Hölle“ zu gehen – eine nicht allzuschwierige Stiege. Am Abzweig treffen wir zum ersten Mal einige Spaziergänger – sonst ist es ringsum einsam. Stetig steigt der Pfad an und es geht über verschneite Felsstufen und Treppen. Bizarre Gebilde aus Eis und Schnee auch hier überall. Es ist einfach nur traumhaft. Auf dem Plateau auf den Affensteinen angekommen wandern wir weiter in Richtung Carolastein, um von dort wieder durch die Lorenzlöcher abzusteigen. Über eine kleine Stiege, vorbei am Carolastein, erreichen wir den Rand der Schlucht des Domschiffs. Ein herrlicher Tief- und Ausblick breitet sich vor uns. Es geht weiter. Irgendwann langen wir am Rand einer Schlucht an und wir sind der Meihnung, dass es hier eigentlich runter gehen müsste – doch kein Pfad ist zu erahnen, so dass wir uns entschliessen vorerst weiter zugehen. An der nächsten Wegkreuzung studieren wir erneut die Karte und stellen fest, dass wir, wie schon befürchtet, zu weit sind. Doch egal – gehen wir halt über den Lehnsteig zurück ins Tal. Da es eh schon spät am Nachmittag ist und wir ja noch bis zur Boofe müssen. Gesagt, getan – der Abstieg über den Lehnsteig ist mehr ein breiter und relativ harmloser Wanderweg, als ein richtiger Steig. Bald darauf stehen wir wieder am Fusse der Affensteine und wenden uns in Richtung Norden dem Bloßstock zu. Nach einigen Minuten Wandern verzweigt der Weg – rechts geht es in die Lorenzlöcher, links biegt der Hauptweg ab und geradeaus in östlicher Richtung liegt unser Ziel. Unterhalb vom Dom laufen wir auf einem schmalen Pfad in die Schlucht hinein. Bald darauf geht es etwas den Hang hinauf und dann haben wir sie auch erreicht. Ein grosses Felsdach öffnet sich vor uns und wird für die nächste Nacht Schutz bieten. Wir richten uns ein, beginnen zu Kochen und warten auf das Eintreffen von Mathias. Es dämmert bereits, als er gegen fünf eintrudelt. Die Temperaturen sinken schlagartig mit dem Einbruch der Nacht – nicht zuletzt deswegen, weil der Himmel aufreisst und die Sterne am nachthimmel kalt funkeln. Mathias meint nur, dass es heute bis minus achtzehn Grad werden soll, was ich erst gar nicht glauben will. Lange sitzen wir diesen Abend noch um ein kleines Feuerchen, das spärlich Wärme spendet, trinken heissen Tee mit Rum und Glühwein, bevor wir in die Schlafsäcke kriechen.

 
  Rückweg durch die Lorenz
 
Aufstieg durch die Wilde Hölle
Rückweg durch die Lorenzlöcher
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Es ist schon acht, als wir uns am nächsten Morgen aus den Schlafsäcken quälen und es ist bitterkalt. Mit steifen Fingern werfen wir die Kocher an, schmelzen Schnee für Teewasser und lassen uns das Frühstück schmecken. Alles was nicht mit im Schlafsack war ist hartgefroren. Wir lassen uns viel Zeit und brechen so erst weit nach neun auf. Diesmal wollen wir, da es von unten einfacher zu finden ist, durch die Lorenzlöcher wieder auf das Plateau hinauf. Nur ein paar einsame Fußstapfen vor uns weisen den Weg. Vor einigen Jahren waren wir schon einmal im Sommer hier raufgestiegen und selbst da war es schon ziemlich anstrengend. Inzwischen ist es noch mehr zugewachsen und ständig fällt uns nasser Schnee in den Nacken, wenn wir uns gebückt den Weg durch Gestrüpp und Bäume bahnen. Doch auch hier fasziniert wieder die einsame winterliche Landschaft ringsum. Relativ weit oben verliert sich plötzlich die Spur. wir biegen links ab und müssen jetzt noch einige hundert Meter durch tiefen Schnee spuren. Endlich ist der Talschluss errreicht und wir stehen wieder oben. Hier verläuft der Höhenweg der Oberren Affensteinpromenade, dem wir jetzt folgen – mit traumhaften Ausblicken schlängelt sich der Pfad immer am Rand des Plateaus entlang. Nach etwa einer Stunde erreichen wir den Höllweg, auf dem es für uns wieder ins Tal gehen soll. Es geht zügig abwärts – manchmal schneller als einem lieb ist. Es ist bereits nach Mittag, als wir am Bloßstock vorbei wieder in Richtung Beuthenfall wandern. Von hier aus fahren wir dann erst einmal Mathias Auto vom Nachbarparkplatz holen und dann geht es weiter zur Buschmühle, wo wir einkehren wollen. Ein wirklicher Geheimtip die kleine urige Kneipe mit immer noch verhältnismässig preisgünstigem Essen, dass als bodenständige Küche noch dazu seh gut schmeckt. Gestärkt treten wir dann gegen zwei Uhr nachmittags wieder den Heimweg an.